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Wer alle diese Verhältnisse gehörig beachtet, der wird sich darüber nicht wundern, dass die
Beobachtungen der k. Gerichtsärzte nicht die erwünschten Früchte getragen haben. Ich lasse hier
eine Uebersicht der eingesendeten Beobachtungen folgen.
Von 132 Physikaten wurden gar keine Beobachtungen eingesendet.
Von den Physikaten, welche zu beobachten anfingen, hörten 29 vor dem Schlusse des ersten
Jahres schon wieder auf.
24 Physikate setzen ihre Beobachtungen blos zwei Jahre fort.
Am Anfang des dritten Jahres nahmen noch 87 Physikate an den Beobachtungen Antheil;
während der folgenden Jahre verminderte sich aber in stetiger Progression die Anzahl derselben,
so zwar, dass nach dem zehnten Jahre nunmehr 17 übrig geblieben sind.“
Regelmässige täglich dreimalige Beobachtungsreihen wurden nur von drei Gerichtsärzten
geliefert, nämlich von Eichhorn in Herzogenaurach, später in Gunzenhausen, von Miller in
Burglengenfeld und von Kirchner in Uffenheim.
Lamont
legt sich - l. c. p. 124 - weiter die Frage vor, ob eine Vereinfachung der Beobachtungen
nicht zweckmässig wäre, und findet, dass es bloss nöthig sein würde, Thermometer zu
vertheilen. Zum Schlusse macht er folgende allgemeine Bemerkungen, welche noch heute volle
Beachtung verdienen:
„Sollen übrigens die Beobachtungen der k. Gerichtsärzte von Erfolg sein, so sind zwei
Bedingungen noch nothwendig: erstens muss die Mitwirkung dem freien Willen der Beobachter
überlassen sein, weil die Aufzeichnungen einen Grad von Sorgfalt und
1) Bei Lamont 7 p. 102 ff. sind jedoch 271 Orte genannt, an denen von den Gerichtsärzten Beobachtungen angestellt
werden [sollten] und 78 als mit neuen oder verificirten Instrumenten ausgerüstet hervorgehoben. Man beachte
übrigens den ungemein niedrigen Preis von nur 9 Mark für je ein Barometer und Thermometer, welche in der
mechanischen Werkstätte der Sternwarte gefertigt wurden. Abbildungen derselben findet man bei Lamont 9
p. 98 ff.
[Sp. 909/910:]
und Zuverlässigkeit erfordern, welche einer amtlich
1
) aufgetragenen Arbeit in der Regel nicht
zugewendet wird; zweitens ist es unbedingt nothwendig, dass die eingesendeten Beobachtungen
auch gehörig veröffentlicht werden, weil Niemand
2
) sich die Mühe geben wird,
Beobachtungsjournale herzustellen, die in einer Registratur niedergelegt dem wissenschaftlichen
Publikum unbekannt und unzugänglich bleiben sollen.“
Das benachbarte württembergische Beobachtungsnetz liefert einen schlagenden Beweis für die
Richtigkeit der ersten Bemerkung; denn 30 Procent aller Beobachtungen sind daselbst von Amts
- und Oberamts-Aerzten, welche den Gerichtsärzten in Bayern entsprechen, gemacht worden.
Dieselben beobachten auch von allen württembergischen Beobachtern am längsten, nämlich
durchschnittlich 11 Jahre.
Dieselben Gründe, welche Lamont veranlasst hatten, die meteorologischen Beobachtungen der
Gerichtsärzte zu systematisiren, bestimmten ihn auch zu dem weiteren Schritte, die freiwilligen
Beobachter in Bayern, später auch solche im Auslande, zu einem meteorologischen Vereine,
dessen Centralstelle die Münchener Sternwarte sein sollte zu vereinigen oder, wie er sich mit
Vorliebe auszudrücken pflegte, die ehemalige Societas Meteorologica Palatina wieder
herzustellen.
In seinem, vermuthlich 1840 ausgegebenen Programme [Lamont 8 p. 111 ff.] heisst es u. A.:
„Seine Majestät der König von Bayern haben in Berücksichtigung der vorhergehenden
Verhältnisse die Gründung des meteorologischen Vereins allerhöchst zu bestätigen und den
Wirkungskreis der königl. Sternwarte desfalls angemessen zu erweitern geruht.
Hiernach wird die königl. Sternwarte den Mitgliedern des meteorologischen Vereins
Normalinstrumente, womit sie die eigenen Instrumente vergleichen können, zusenden, oder auch
unter angemessenen Bedingungen regulirte Instrumente überlassen. Sie wird die eingesendeten
Beobachtungen entgegennehmen, und die Resultate vorläufig in dem seit einigen Jahren
erscheinenden „Jahrbuche der königl. Sternwarte bei München“ bekannt machen, die Original-
Aufzeichnungen aber in der Bibliothek zur Aufbewahrung und fernern Benützung hinterlegen“.
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