
besonderes Interesse darbieten, dass für dieselben zwei Orte verschiedene Beobachtungs-
Zeiträume und Beobachtungs-Stunden combinirt sind und dadurch die Schwierigkeit
barometrischer Höhenbestimmungen für entfernte Orte, wenn, nur wenige Beobachtungen
benutzt werden, ausführlich dargelegt wird. Nur die jedesmaligen Gesammtmittel aus längeren
Zeiträumen ergaben den Höhenunterschied mit einer grösseren Beständigkeit. Die mittleren
Barometer- und Thermometer-Stunden sind bei diesen Rechnungen nur gelegentlich und aus
einer beschränkten Anzahl von Jahren gezogen. Indem daher seit einer Reihe von Jahren der
Wunsch nahe lag, diese theilweis mit vorzüglicher Sorgfalt und durch mehrere Jahrzehnte
ausgeführten Beobachtungsreihen auch in klimatologischer Beziehung vollständiger bearbeitet
zu sehen und die für die Provinz Schlesien geltenden Zahlenwerthe mit aller aus den
vorhandenen Beobachtungen erreichbaren Genauigkeit zu ermitteln, wurde von dem
Unterzeichneten [Galle], im Auftrage der meteorologischen Section, für die Bearbeitung dieser
sämmtlichen Beobachtungen unter dem 14. Januar 1852 ein Plan vorgelegt, welcher mit einigen
Modificationen angenommen wurde ...“
Die Ausführung dieses Planes führte im Jahre 1857 zur Publikation der Grundzüge der
„Schlesischen Klimatologie“ [Galle 14], welche von 15 Stationen mit langjährigen
Beobachtungsreihen Monatsübersichten und von Breslau und Schneekoppe tägliche Mittel für
die Temperatur enthält. Das Material von weiteren Stationen ist durch Dove [30] wenigstens
hinsichtlich der Temperatur ausgenützt worden.
Mehrere der im Jahre 1848 noch funktionirenden Stationen gingen in den Verband des
preussischen meteorologischen Instituts über.
[Phänologische Beobachtungen]. Die Schlesische Gesellschaft für Vaterländische Kultur hat
sich auch das Verdienst erworben, in den fünfziger Jahren die Anstellung umfangreicher
phänologischer Beobachtungen, nicht blos in Deutschland, sondern auch in anderen
europäischen Ländern veranlasst, bezw. wieder in Aufnahme gebracht zu haben.
A/jointfilesconvert/330930/bgesehen von den phänologischen Beobachtungen der Mannheimer meteorologischen
Gesellschaft waren solche nur an vereinzelten Orten Deutschlands, wie in Arys, Prov.
Ostpreussen, von R. Vogt, in Kassel von dem Verein für Naturkunde, in Braunschweig von
Lachmann u. s. w. längere Zeit hindurch gemacht worden. Zwar hatte Schübler auf der i. J. 1828
zu Berlin a/jointfilesconvert/330930/bgehaltenen Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte zu korrespondirenden
phänologischen Beobachtungen aufgefordert, doch, wie es scheint, nur den Erfolg erzielt, dass
im württembergischen Beobachterverein selbst dergleichen regelmässig [bis auf die Gegenwart]
angestellt wurden; und ebenso wenig hatte Sachse im Jahre 1847 vermocht, in Sachsen für
solche Aufzeichnungen genügendes Interesse zu erwecken. Erst auf die Aufforderung des der
oben genannten Gesellschaft angehörigen Professor Göppert in Breslau, unterm 8. März 1850, in
welcher um die Eintragung phänologischer Beobachtungen an 90 Pflanzen in dazu gratis
gelieferten lithographirten Formularen gebeten wurde, zeigte sich überall eine solche
Bereitwilligkeit, dies zu thun, wie wir seitdem nicht wieder kennen gelernt haben. Ausser den
der Gesellschaft direkt zugehenden Beobachtungen richteten Professor H. H. Hoffmann für
Hessen und das grossherzogliche statistische Bureau, welches gleichzeitig auch die Leitung der
meteorologischen Beobachtungen in die Hand nahm, für Mecklenburg besondere Systeme ein,
während in England die British Association die Sache wieder aufgriff
[Sp. 937/938:]
(Glasgow 1855) und Karl Fritsch in Oesterreich-Ungarn, Quetelet in Belgien erneute und
erfolgreiche Versuche zur umfangreicheren Aufnahme solcher Beobachtungen machten.
Die von Professor Cohn der Schlesischen Gesellschaft erstatteten Berichte über die Entwicklung
der Pflanzen in den Jahren 1851–57 enthalten z. Th. sehr ausführliche Verarbeitungen des
eingegangenen Materiales, zeigen aber auch von Neuem die Thatsache, wie von Jahr zu Jahr die
Zahl der freiwilligen Beobachter abnimmt, bis schliesslich das Unternehmen ganz von selbst
aufhört. Dasselbe geschah in Mecklenburg, wo bis 1866 Resultate vorliegen [Schwerin 15], und
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